"Kas ist mehr als Tauchen"

Kas hat nichts zu tun mit Kemer, nichts mit Side oder Alanya und vor allem nichts mit dem Tuerkeitourismus von TUI und Konsorten. Kas lebt davon, dass dort im letzten Jahrhundert die Griechen vertrieben und deren Architektur uebernommen wurde. Kas lebt von seiner traumhaften lykischen Umgebung und bei Tauchern natuerlich von seinem Ruf, fuer Mittelmeerverhaeltnisse ein exzellenter Tauchort zu sein.

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Die Reize von Kas sind bekannt bei den Tauchern und bekannt bei den oertlichen Veranstaltern. ueber den Daumen gepeilt schaffen sich hier 15 Tauchanbieter. Das ist gut fuer den Kunden. Einfach von Geschaeft zu Geschaeft schlendern, Bauch, vorhandene Technik und Geldboerse entscheiden lassen.

Circa 30 divespots koennen von Kas aus angefahren werden, zwei Drittel sind sehenswert, hafennahe eher zu vermeiden. Kas bietet bei einer halbwegs intakten Mittelmeerflora und -fauna die gesamte Bandbreite beim Tauchen: schnelle Drifts, Hoehlen und Canyons, weite Amphorenfelder und das eine oder andere halbwegs ansehnliche Wrack.

Vermarktet wird in Kas leider auch der moegliche Besuch eines Flugzeugwracks aus dem letzten Weltkrieg. Dabei ist dieses je nach Tauchanbieter eine deutsche Junker 52 oder ein britischer Bomber. Das gute Stueck liegt leider auf ca. 70m Tiefe und ist meines Wissens nicht betauchbar. Aber fast jede Tauchbasis wirbt mit netten Bildern davon.

Anmerkung von Josche zum Flugzeugwrack

Die Fischwelt ist vergleichsweise ueppig: Brassen, Lippfische, Barsche, Knurrhaehne, Drachenkoepfe, Baracudas und sogar Schildkroeten. Das Taetigkeitswort anfuettern hat in Kas - vermute ich mal - eine eher praktizierte Bedeutung. Wer es kleiner mag, die Makrowelt ist wirklich entdeckenswert: Algen, Schwaemme, Korallen, Roehrenwuermer, Plattwuermer, Nacktschnecken, Gorgonien und Anemonen. Nachttauchgaenge wiederum bescheren Sepias, Kraken, Garnelen, Krebse und Langusten.

Alles Dinge, die sich abends auch auf den Tellern der kleinen Restaurants in Kasí Altstadt um den Hafen herum wiederfinden lassen. Und genau deren schmale Gassen und kleinen Plaetze bestimmen den Charme von Kas. Weissgekalkte griechische Haeuser, Brunnen, Palmen, Gaerten - bevoelkert von Einheimischen, Wanderern, Tauchern und Seglern.

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Die Tauchplaetze sind fast alle innerhalb von 30 Minuten erreicht. Das bedeutet, Fruehstueck, Mittag und Abendessen im Ort - oder einfach nur einen Morgentauchgang und den Rest des Tages durch die lykische Landschaft wandern.

Fazit:
Kasch bietet wesentlich mehr als Tauchen. Wer es gesellig, romantisch und kulturell mag, ist hier bestens aufgehoben. Hotelpreise direkt am Ufer bewegen sich zwischen 25 und 40 Euro die Nacht, meist noch inkl. Fruehstueck, Pool und traumhafte Blicke von den Dachterrassen ueber die Hafenbucht. Tauchgaenge kosten um die 20 Euro und werden fast ausschliesslich vom Boot aus durchgefuehrt. Technik, Briefings, Sicherheit und allgemeine Bespassung waren perfekt - zumindest bei Mavi-diving, mit denen ich rausfuhr. Die Gruppengroesse bewegte sich bei max. vier plus Tauchfuehrer.

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